Abgeltungssteuer

Die Abgeltungsteuer wird in Deutschland bundesweit erhoben und dient der pauschalen Besteuerung von Erträgen aus Wertpapier- und Geldanlagen. Diese Steuer wurde mit Beginn des Jahres 2009 eingeführt und ist im Einkommenssteuergesetz EStG definiert, der genaue Gesetzeslaut ist in § 32d EStG nachlesbar.

Vor Einführung der Abgeltungsteuer wurden die Kapitalerträge in der jährlichen Einkommenssteuererklärung angegeben und anschließend mit dem persönlichen Einkommenssteuersatz individuell versteuert. Heute wird die auch als Quellensteuer bezeichnete Abgabe gleich am Ort des Entstehens direkt an das Finanzamt abgeführt, auf Wunsch zusätzlich mit der Kirchensteuer (derzeit 8 bzw. 9 %) und dem 5,5 %igen Solidaritätszuschlag. Hat der Steuerpflichtige eine ausgestellte Nichtveranlagungsbescheinigung oder einen Freistellungsauftrag bei seinem Kreditinstitut abgegeben, wird die Abgeltungsteuer nicht abgeführt bzw. erst ab einem Höchstbetrag (Sparerfreibetrag) abgeführt.

Die Besteuerung der Kapitalerträge gilt auch für Wertzuwächse von bestehenden Kapitalanlagen. Ermittelt das Kreditinstitut zum Jahresende eine Differenz zwischen Ankaufswert und aktuellem Wert des Vermögens im Sinne einer Wertsteigerung, gilt dieser Wertzuwachs als Kapitalertrag und wird ebenfalls mit 25 Prozent besteuert. Wird hingegen eine Wertminderung zum Stichtag festgestellt, so kann dieser Verlust überwiegend mit anderen Wertpapiererträgen steuermindernd verrechnet werden. Für Veräußerungsgewinne von Kapitalanlagen gilt dies entsprechend. Was genau unter Einkünfte aus Kapitalvermögen zu verstehen ist, wird in § 20 des EStG detailliert ausgeführt.

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