EONIA

EONIA kommt aus dem Englischen und steht für “Euro Overnight Index Average”. Er ist am 4.01.1999 von der European Banking Federation unter der Mitwirkung der Europäischen Zentralbank eingeführt worden und ist der effektive, nach dem Umsatz gewichtete Tagesgeldzinssatz für den Euro. Berechnet wird der Zinssatz, auf drei Nachkommastellen genau von der Europäischen Zentralbank. Heute ist EONIA im ganzen Euroraum, ein weltweit anerkannter Zinsindex für kurzfristig unbesicherte Geldmarktkredite.

EONIA ist damit der Referenzzinssatz für “Overnight-Kredite” und wird jeden Tag von der Europäischen Zentralbank neu festgelegt. Die tägliche Festlegung des Zinssatzes funktioniert so, dass täglich um 16 Uhr speziell ausgewählte Banken, die ein sehr gutes Kreditstanding und eine gut ausgeprägte Marktaktivität haben, die Höhe der Zinsen und das Geschäftsvolumen der unbesicherten Tagesgeldausleihen an die Europäische Zentralbank melden. Das Ziel dieses Zinssatzes ist unter andrem, dass die nationalen Geldmärkte aller Mitgliedsländer zu einem einheitlichen Eurogeldmarkt verschmolzen werden.

Auf EONIA basieren einige Anlageprodukte, wie zum Beispiel EONIA-Zinswap. Ein Zinswap ist dabei ein Derivat des Zinses, bei dem sich zwei Vertragspartner absprechen, zu bestimmten noch zukünftigen Zeitpunkten Zinszahlungen auszutauschen, die auf gewisse Nennbeträge festgelegt sind. Zudem gibt es noch EONIA-Zertifikate und EONIA-Indexfonds. Alle diese Anlagemöglichkeiten versuchen die Entwicklung des EONIA in ihrer Anlagemöglichkeit nachzubilden. Die deutsche Finanzagentur bietet auch seit dem 01.Juli 2008 tagesgeldähnliche Tagesanleihen an, deren Verzinsung unmittelbar an EONIA gebunden ist.
Diese verschiedenen Anlagemöglichkeiten sind zwar grundlegend immer an EONIA gekoppelt, allerdings bestehen hier ebenso deutliche Unterschiede in dem Emittent- und Kursrisiko. Das Risiko kann dabei von sehr riskant bis sicher eingestuft werden.

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