Sparerfreibetrag

Der Sparerfreibetrag ist der Vorläufer des Sparerpauschbetrages, der seit Anfang 2009 existiert. Der Freibetrag galt von Anfang 1975 bis Ende 2008. Diese Regelung vereinfachte die Besteuerung von Erträgen aus Kapitalanlagen. Als gesetzliche Grundlage diente das Einkommensteuergesetz, im Einzelnen regelte der § 20 EStG.

Der Sparerfreibetrag definierte eine betragsmäßig festgelegte Steuerbefreiung für Erträge aus Wertpapier- und Geldanlagen. Zinsen und Dividenden konnten von den Steuerpflichtigen ohne Abzug vereinnahmt werden. Dazu zählten auch Zinsen von Sparbüchern und Sparverträgen. Von dieser Vereinfachung profitierte jede inländische und steuerpflichtige, natürliche Person.

Waren die Gelder bei mehreren Kreditinstituten angelegt, konnte der gesamte Freibetrag auf diese beliebig aufgeteilt werden. Dafür standen Freistellungsaufträge zur Verfügung. Es empfahl sich, den Sparerfreibetrag akribisch aufzuteilen, da die jeweiligen Freistellungsbeträge dem Bundesamt für Finanzen zur Kontrolle übersendet wurden. Ein Überschreiten des zulässigen Höchstbetrages zog neben Nachfragen des Finanzamtes im schlimmsten Falle Buß- und Ordnungswidrigkeitsverfahren nach sich.

Wurden keine Freibeträge bei den Banken hinterlegt, führte das Institut die Kapitalertragssteuer automatisch an das jeweils zuständige Finanzamt ab. Seit Anfang 2009 heißt diese Ertragssteuer Abgeltungssteuer.

Die durch den Sparerfreibetrag steuerbefreiten Kapitalerträge lagen für Alleinstehende bis Ende 2003 bei 1.550,00 Euro, bis Ende 2006 bei 1.371,00 Euro und bis Ende 2008 bei 750,00 Euro. Für steuerlich zusammen veranlagte Ehepaare galt eine Verdoppelung dieser Beträge.

Nicht zu verwechseln ist dieser Freibetrag mit der Werbungskostenpauschale. Dieser Pauschalbetrag wird im Rahmen der jährlichen Einkommensteuererklärung ebenfalls steuermindernd berücksichtigt. Eine weitere Steuersenkung konnte bis Ende 2008 durch den Ansatz eines gesonderten Freibetrages für Kursgewinne bei Wertpapieren in Ansatz gebracht werden.

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