Sparerpauschbetrag

Als Nachfolger des Sparerfreibetrages wurde der Sparerpauschbetrag zusammen mit der Abgeltungsteuer Anfang 2009 rechtswirksam eingeführt. Diese Regelung vereinfacht die Besteuerung von Kapitalerträgen, also Erträgen aus Kapitalanlagen. Steuergesetzliche Details finden sich im Einkommensteuergesetz, speziell hierzu führt der § 20 EStG weiter aus.

Der Sparerpauschbetrag fixiert eine betragsmäßig festgelegte Steuerfreigrenze für jeden im Inland Steuerverpflichteten. In dieser neuen Regelung werden drei, ursprünglich getrennte, Freibeträge zusammengefasst. Bis Ende 2008 konnte der Steuerpflichtige den als Sparerfreibetrag bekannten „Freibetrag für Zinsen und Dividenden“, die Werbungskostenpauschale und den „Freibetrag für Kursgewinne aus Aktien und Wertpapieren“ als steuerfreie Beträge nutzen. Seit Beginn 2009 fasst der Sparerpauschbetrag alle drei Optionen zusammen und gilt sowohl für Zinsen und Dividenden als auch für Kursgewinne bei Aktien und Wertpapieren. Gleichzeitig wurde das vor 2009 geltende Halbeinkünfteverfahren ersatzlos abgeschafft.

Mit der als Quellensteuer ausgeführten Abgeltungsteuer werden Kapitalerträge sofort nach deren Entstehen bei den Banken besteuert und an das Finanzamt abgeführt. Diese Besteuerung kann in Höhe des steuerbefreiten Pauschbetrages vermieden werden. Der Anleger stellt seine Kapitalerträge von dieser Sofortbesteuerung frei, indem er entsprechende Freistellungsaufträge bei den kontoführenden Banken abgibt.

Entstehen die Kapitalerträge bei mehreren Instituten, bietet sich die genaue Aufteilung der Beträge an. Zur Kontrolle werden die einzelnen Freistellungsaufträge an Finanzbehörden weitergeleitet. Werden mehr Erträge steuerfrei vereinnahmt als erlaubt, erfolgen Nachfragen seitens der zuständigen Finanzämter. Die Nachversteuerung ist dann Pflicht.

Der abzugsfähige Pauschbetrag beträgt für Alleinstehende 801,00 Euro, für zusammen veranlagte Ehepaare gilt der doppelte Betrag, also 1.602,00 Euro. Weitere Freigrenzen existieren nicht mehr. Die steuerliche Abzugsfähigkeit von zusätzlich angefallenen Werbungskosten wurde mit Einführung des Sparerpauschbetrages gestrichen.

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