Vorfälligkeitsentschädigung

Unter Vorfälligkeitsentschädigung (kurz: VFE) versteht man das Entgelt, das der Darlehensnehmer zusätzlich bezahlen muss, wenn er das Darlehen vor Ablauf der vereinbarten Laufzeit zurückzahlt. Die Vorfälligkeitsentschädigung muss also entrichtet werden, wenn der Kunde das Darlehen vorzeitig kündigt. Kündigt hingegen der Kreditgeber das Darlehen, zum Beispiel wegens Verstosses des Darlehensnehmers gegen seine Vertragspflichten, so entsteht eine Schadensersatzforderung der Bank.

Die Vorfälligkeitsentschädigung kommt nur bei solchen Krediten ins Spiel, bei denen eine feste Zinsschreibung vereinbart wurde. Hier bleiben die Zinsen über den gesamten Zeitraum der Rückzahlung gleich hoch. Dies ist normalerweise bei der Baufinanzierung der Fall. Kündigt dann der Kunde vor Ablauf des geplanten Zeitraums das Darlehen, entsteht der Bank ein Schaden, weil sie den Kredit in der Regel über Einlagen finanziert hatte, die ebenso lange laufen wie der Kredit.

Es werden zwei Schadensarten unterschieden, die zusammengenommen die Basis für die Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung bilden.
Der Refinanzierungsschaden entsteht dadurch, dass der Kreditgeber die vorzeitig zurückgezahlten Gelder nur zum aktuellen Marktzins wieder anlegen kann. Liegt dieser nun niedriger als der Zins zum Abschluss des Darlehensvertrages, so stellt die Zinsdifferenz in Beziehung zu der ursprünglich vereinbarten Laufzeit den Schaden dar.
Des weiteren spricht man noch vom Margenschaden. Dieser Begriff bezieht sich auf die Minderung des Gewinnes des Darlehensgebers. Kredite werden von der Bank höher verzinst als Einlagen. Somit ist die Gewinnmarge der Bank umso besser, je länger die Laufzeit des Kredites ist. Wenn der Kredit vorzeitig abgelöst wird, stellt dies für die Bank einen Verlust am zukünftigen Gewinn dar.

← zurück zum Lexikon

© 2010-2013 | TagesgeldVergleich.eu - Tagesgeldzinsen kostenlos vergleichen