Wertpapierdepot

Über das sogenannte Wertpapierdepot oder auch Wertpapierkonto werden im Bankwesen Wertpapiergeschäft, wie Kauf, Verkauf oder Übertragung von Wertpapieren, abgewickelt. Insgesamt werden die Wertpapierbestände über ein solches Konto geführt. Die meisten Banken in Deutschland verlangen für die Führung der Wertpapierdepots eine Gebühr, welche auch je nach Umfang des Depots gestaffelt sein kann. Einige Direktbanken jedoch bieten auch schon kostenlose Depots an um Kunden von sich zu überzeugen. Der Depotübertrag von einer Bank auf die andere muss in Deutschland aber bei allen Finanzinstituten kostenlos sein.

Was bei den Depotgebühren auch eine Rolle spielen kann ist die Art der Verwahrung. Man unterscheidet hier zwischen der Girosammelverwahrung, welche dem Normalfall entspricht, der Streifbandverwahrung und geschlossenen Depots.
Bei der Girosammelverwahrung werden Wertpapiere nur virtuell verwaltet und bewegt und nicht als effektive Stücke, was die ganze Abwicklung erheblich vereinfacht. Das bedeutet, dass beim Kauf, Verkauf oder der Übertragung von Wertpapieren keine physische Bewegung derselben erfolgt. Das Depotguthaben eines Bankkunden entspricht dann seinem Miteigentumsanteil an den entsprechenden sammelverwahrten Wertpapierurkunden. Um seine Stimmrechte z.B. bei einer Aktionärsversammlung geltend zu machen erhalten die Depotinhaber eine Hinterlegungsbescheinigung. Eine solche Bescheinigung kann vom Notar, von der Wertpapiersammelbank oder von einer satzungsgemäß definierten Stelle ausgestellt werden. Die Hinterlegungsbescheinigung bestätigt auch offiziell, dass der Depotinhaber Eigentümer seiner Aktien ist.

Die Streifbandverwahrung, oder auch Sonderverwahrung genannt, garantiert dem Bankkunden die Herausgabe der exakten Menge der effektiven Stücke, welche er auch hinterlegt hat. Um dies sicherstellen zu können werden die Wertpapiere durch ein sogenanntes Streifband (Papierschleife) von den restlichen Wertpapierbeständen separiert und extra verwaltet.

Ein geschlossenes Depot ist eigentlich das selbe wie ein Bankschließfach, bei dem der Depotinhaber seine Wertpapiere in effektiven Stücken im Tresor verwahren kann und dabei alle Verwaltungstätigkeiten selbst übernimmt.

Des Weiteren gibt es vier verschiedene Arten von Wertpapierdepots:

1. Depot A oder auch Eigendepot beinhaltet alle Wertpapiere aus dem Eigenhandel einer Bank.
2. Depot B auch Fremd- oder Treuhanddepot genannt, umfasst die Wertpapiere aus Kommissionsgeschäften.
3. Depot C bzw. Pfanddepot beinhaltet die verpfändeten Wertpapiere der Bankkunden.
4. Depot D oder auch Sonderpfanddepot enthält die beschränkt verpfändeten Wertpapiere der Kunden der Bank.

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