Zinsabschlagssteuer

Die Zinsabschlagssteuer – kurz ZAST genannt – ist der Vorläufer der Abgeltungssteuer. Die ZAST galt von Anfang 1993 bis Ende 2008. Diese Steuer war eine Kapitalertragssteuer, Bemessungsgrundlage waren Erträge aus Wertpapier- und Geldanlagen. Die Ertragsarten sind im Einkommensteuergesetz, § 20 und § 43 EStG, definiert.

Diese Besteuerungsform war eine Quellensteuer, wurde demzufolge am Ort der Ertragsentstehung besteuert und direkt von den Geschäftsbanken an das Finanzamt abgeführt. Im Rahmen der jährlichen Einkommensteuererklärung unterlagen die Erträge aus Kapitalvermögen dem indiviuellen Steuersatz. Die vorab bezahlte bzw. bereits abgeführte Zinsabschlagsteuer wurde im Rahmen dieser Erklärung mit der abschließenden Steuerlast verrechnet. Die ZAST war eine Steuervorauszahlung. Der Bruttoertrag der jeweiligen Geldanlage wurde um den Abschlag auf den Zins (Zinsabschlag) reduziert. Der letztendliche ausgezahlte bzw. gutgeschriebene Betrag verringerte sich entsprechend.

Die Zinsabschlagssteuer wurde mit zwei Steuersätzen veranlagt: 30 % bei normalen Kapitalerträgen, 35 % bei so genannten Tafelgeschäften. Hierbei handelt es sich um Wertpapiergeschäfte, die anonym bei der Bank abgewickelt werden. Zusätzlich wurde – ebenso wie bei der aktuellen Abgeltungssteuer – bei Kirchensteuerpflicht die Kirchensteuer (8 bzw. 9%) und in jedem Fall der Solidaritätszuschlag (5,5%) abgeführt.

Verfügte der Steuerpflichtige über einen Sparerfreibetrag, wurde die Zinsabschlagsteuer erst ab dem dort ausgewiesenen Steuerfreibetrag berechnet und an das Finanzamt direkt weitergeleitet. Bei der Vorlage einer Nichtveranlagungsbescheinigung wurde diese Steuer nicht berechnet.

Im Vergleich zur ehemaligen Zinsabschlagsteuer bietet die aktuelle Abgeltungssteuer im Einzelfall mehrere Vorteile. Der Besteuerungssatz ist mit 25 Prozent niedriger als vorher und wird pauschal abgeführt. Eine nachträgliche Besteuerung der Kapitaleinkünfte mit dem eventuell höheren Individualsteuersatz ist ausgeschlossen.

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